Richtige Ernährung bei Neurodermitis – Welche Lebensmittel hilfreich sind

Ja, es besteht ein Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Neurodermitis. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist für alle Menschen wichtig, insbesondere auch für Neurodermitiker. Führen Sie auf Dauer einen ungesunden, einseitigen Lebensstil, kann dies zu Mangelerscheinungen und infolgedessen auch zu Beschwerden wie Neurodermitis führen. Gerade wenn Sie von akuter Neurodermitis betroffen sind, sollten Sie unbedingt auf Ihre Ernährung achten. Gibt es so etwas wie eine Neurodermitis-Diät? Fakt ist: Bestimmte Nährstoffe im Essen können einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel und somit die Beschwerden haben. Umgekehrt stehen einige Nahrungsmittel im Verdacht die Symptome von Neurodermitis zu verstärken. Als Neurodermitiker ist es daher ratsam, einige Tipps zu beachten, welche Nahrungsmittel besser gemieden werden sollten.

Ernaehrung bei Neurodermitis - noreiz Medizinische Hautpflege klaert auf

Eine dauerhaft gesunde Ernährung bei Neurodermitis

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, heißt es so schön. Daran wird sich auch nichts ändern. Denn der Mensch braucht wie jedes Lebewesen Energie zum Überleben. Den Steinzeitmenschen ging es einfach nur darum, satt zu werden. Der moderne Mensch muss sich keine Sorgen machen zu verhungern. Wir sollten aber darauf achten, was wir essen. Stichworte: Übergewicht, Allergien, Unverträglichkeiten. Wichtig ist es zu erkennen, welche Lebensmittel uns nicht guttun oder gar schaden. Und wenn wir uns dann für eine Diät entscheiden, heißt das nicht, dass wir über alle Maßen verzichten müssen. Das altgriechische Wort Diät bedeutet eigentlich nur, die Lebensführung optimieren.

Gibt es Lebensmittel, die Auslöser für Neurodermitis-Schübe sein könnten? Eine gute Hilfe kann sein, ein Tagebuch über alle Mahlzeiten und dem parallelen Hautbild zu führen. So erlangt man schnell einen Überblick über alle verzehrten Mahlzeiten und kann bereits nach wenigen Wochen potentielle Störenfriede ausmachen. Das Ernährungstagebuch ist eine zuverlässige Methode, um zu ermitteln, auf welche Produkte man besonders reagiert. Allerdings ist es in der heutigen Zeit immer schwieriger gewisse Inhaltsstoffe in Lebensmitteln zu ermitteln. Von einem übermäßigen Verzehr von Convenience- bzw. Fertigprodukten wird in jeden Fall abgeraten. Frisches Kochen mit viel Gemüse und natürlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln

Unverträglichkeiten und Allergien erkennen

Die mit der Nahrung aufgenommenen Mikronährstoffe spielen bei allen Stoffwechselreaktionen eine wichtige Rolle – also auch bei denen, die in der neurodermitischen Haut für Probleme sorgen. Studien und Praxiserfahrungen mit Neurodermitis-Patienen zeigen, dass die Ernährung bei Neurodermitis eine entscheidende Rolle spielt. Eine gesunde Ernährung und der ggf. nötige Verzicht auf potentiell allergene Lebensmittel nimmt somit bei der Entstehung von Neurodermitis als auch in der Therapie eine wichtige Funktion ein.

Häufige Probleme – Worauf Sie bei der Ernährung bei Neurodermitis achten sollten

Lebensmittel-Allergien prüfen

Schließen Sie aus, dass eine Lebensmittel-Unverträglichkeit vorliegt. Um sich Gewissheit darüber zu verschaffen, ob und auf welche Lebensmittel man allergisch reagiert, kann man bei seinem Dermatologen einen Hauttest durchführen lassen. Auch gibt es spezielle Diäten, die Neurodermitis Patienten helfen, Linderung der Symptome zu erlangen. Falls es Unverträglichkeiten gibt, können diese anhand von Bluttests ermittelt werden.

Allergene meiden (Milch, Nüsse, etc.)

Allergieauslösende Faktoren sind besonders häufig Milchprodukte, Nüsse und Zitrusfrüchte. Gerade nach dem Verzicht von Milchprodukten in der Ernährung, hört man immer wieder von Neurodermitikern, die äußerst positive Erfahrungen machen. Bei der Ernährung bei Neurodermitis sollte man diese typischen allergenen Speisen und Getränke reduzieren. Auch Säuglinge mit Vorbelastung sollten diese Lebensmittel frühestens ab dem ersten Lebensjahr bekommen. Schafft man es, Allergene wie Milch, Nüsse etc. über einen längeren Zeitraum zu meiden, stellen sich bei vielen Neurodermitikern Verbesserungen im Hautbild ein. Eine milchfreie Ernährung bei Neurodermitis oder Akne wird ebenso von vielen Dermatologen empfohlen. Weitere Lebensmittel, die im Verdacht stehen, sich negativ auf Neurodermitis auszuwirken sind beispielsweise Weizen, Tomate, Früchte mit Salicylaten wie Ananas, Orangen, Weintrauben.

Histamine reduzieren

Das Gewebehormon Histamin wird vom Körper bei Entzündungsreaktionen gebildet und ist auch in einigen Nahrungsmitteln enthalten. Bis zu einem Drittel der Neurodermitiker leiden jedoch unter einer Histamin-Intoleranz. Dies kann einen Neurodermitis-Schub auslösen, verlängern oder verstärken. Eine histaminarme oder -freie Ernährung kann entsprechend helfen, die Symptome einer Neurodermitis zu reduzieren. Ungeeignete, weil histaminreiche Lebensmittel sind: getrocknete, geräucherte oder gepökelte Fleischprodukte, Schweinefleisch, geräucherter, gesalzener oder marinierter Fisch, Käsesorten mit langer Reifezeit (Camembert, Schimmelkäse, etc.), alle Produkte mit Hefe und Backtriebmittel.

Genussmittel besser vermeiden

Besondere Vorsicht ist bei Alkohol und Kaffee geboten. Da diese Genussmittel die Durchblutung der Haut erhöhen, können sie den Juckreiz und Hautreizungen verstärken. Alkohol und Kaffee sind Getränke, die Sie bei jeder chronischen Krankheit weglassen, bzw. den Konsum stark reduzieren sollten, und zwar dauerhaft. Vermeiden Sie außerdem scharfe Gewürze, schwarzen Tee und Nikotin, diese fördern auch den Juckreiz.
Außerdem haben Raucher ein deutlich erhöhtes Risiko, an Neurodermitis zu erkranken. Besonders gefährdet sind ungeborene Babys, deren Mütter in der Schwangerschaft Zigaretten konsumieren und Kinder rauchender Eltern. Das Risiko an Neurodermitis zu erkranken, ist bei Rauchern fünffach höher als bei Nichtrauchern.

Vegane Ernährung hilft bei Neurodermitis?

Eine gesunde Ernährung bei Neurodermitis ist ohne Zweifel besonders häufig ein wichtiger Faktor zur Verbesserung der Beschwerden. Ob eine vegane Lebensweise Neurodermitis lindert, ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Einhaltung einer besonderen Ernährungsform kann zur Linderung der Symptome beitragen, wie zum Beispiel bei bekannten Lebensmittelallergien. Auch eine vegane Ernährung kann hierbei unterstützen. Es ist allerdings sehr wichtig, eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Vitamin- und Mineralstoffzufuhr zu sichern. Denn auch Mangelerscheinungen, welche durch einseitige Ernährungsformen oft auftreten, können zu Hautreizungen beitragen oder diese verstärken. Finden Sie zusammen mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater heraus, welche Lebensmittel Ihnen guttun und welche weniger.

Auch gut zu wissen: Unsere noreiz Medizinischen Hautpflegeprodukte sind alle vegan.

Wichtige Mikronährstoffe – und was Sie bei der Ernährung bei Neurodermitis bringen

Vitamin C, Zink, Kalzium – Histamin reduzierende Nährstoffe

Viele Mikronährstoffe wirken als natürliches Antihistaminikum und beugen somit Neurodermitis vor.  Dazu zählen unter anderem Vitamin C, Zink und Kalzium, da sie die Ausschüttung von Histamin im Körper verlangsamen. Besonders Vitamin C hat eine Antihistamin-Wirkung. Besonders viel Vitamin C ist nicht nur in den allseits bekannten Zitrusfrüchten wie Orangen und Zitronen vorhanden, sondern auch in Grünkohl, Paprika oder Brokkoli. Das Antihistaminikum Kalzium findet sich vor allem Samen, wie Sesam und Sojabohnen, Grünkohl, Petersilie, Rucola, getrockneten Feigen und Vollkornbrot in hohen Mengen.  Es gibt zudem Mineralwasser mit einem hohen Kalziumgehalt. Auch Zink wirkt gegen Entzündungen und unterstützt die Immunabwehr. Innereien, Austern und frische Käsesorten wie Tilsiter und Gouda enthalten besonders viel Zink.

Vitamin-B – gut für die Darmschleimhaut

Wichtig für die Behandlung von Neurodermitis ist auch eine gesunde Funktion der Darmschleimhaut. Eine funktionierende Schleimhaut verhindert das Eindringen von Allergenen in die Blutbahn und verhindert dadurch Allergien, die häufig der Auslöser für Juckreiz sind. Zu einer positiven Beeinflussung der Darmflora führen Vitamin-B-Komplexe. B-Vitamine kommen in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor, u.a. in Brokkoli, Salat, Kohl, Pilze, Bananen, Malzprodukten, Hefeerzeugnissen sowie in Fisch und Meeresfrüchten, Fleisch und Leber oder Milchprodukten. Die Darmflora wird auch durch milchsauer vergorene Lebensmittel, wie z.B. Joghurt, Quark oder Buttermilch, gesund gehalten – hier ist natürlich die Verträglichkeit von Milchprodukten zu berücksichtigen (siehe oben).

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren – entzündungshemmend

Omega-3-Fettsäuren hemmen Endzündungen und unterstützen die Immunabwehr. Zu finden sind diese in fettem Meeresfisch, Leinöl oder Rapsöl. Dabei kommt es auf ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren an. Auch wichtig: Durch zu viel Wurst, Eier oder Margarine in der Ernährung kann die Aufnahme gesunder Omega-3-Fettsäuren blockiert werden.

Magnesium – ohne entweicht Feuchtigkeit schneller

Ein Mangel an Magnesium verstärkt Neurodermitis in dem es Schwellungen der Blutgefäße und Flüssigkeitsentladung in die Haut verursacht. Folglich entsteht gerötete, juckende Haut. Magnesiummangel senkt zudem die Fettsäuren in der Haut, was Trockenheit zur Folge hat. Um ausreichend Magnesium aufzunehmen, sollten bei der Ernährung bei Neurodermitis beispielsweise Vollkornhaferflocken und grünes Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Aber auch wer gerne nascht, kann mit Zartbitterschokolade, Marzipan und Nüsse dem Magnesiummangel umgehen. Achten Sie beim Kauf Ihres Mineralwassers auf einen hohen Magnesiumgehalt.

Vitamin D – gerade im Winter oft ein Mangel

Aber wir nehmen Vitamine nicht nur über Lebensmittel auf. Das Vitamin D wird durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Es ist relevant für die Bildung gesunder Hautzellen und somit für die Behandlung von Neurodermitis sehr wichtig. Es stärkt zudem das Immunsystem der Haut und verhindert Bakterien- oder Virusinfektionen. Nicht immer – und gerade in der kalten, dunklen Jahreszeit – ist es möglich ausreichend Zeit in der Sonne zu verbringen. Die Aufnahme über die Ernährung ist schwierig, da nur wenige Lebensmittel höhere Konzentrationen aufweisen. Aus diesen Gründen werden tägliche Bestandteile der Ernährung wie Brot oder Milch in vielen Ländern mit zusätzlichem Vitamin D angereichert. In Deutschland ist dies nicht der Fall. Mit einer zusätzlichen Einnahme als (Brause-)Tablette können Sie einem Vitamin-D Mangel vorbeugen. Ihr Apotheker kann Sie hierzu beraten.