Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis bei Kindern ist keine Seltenheit. Genau genommen ist Neurodermitis, die auch unter den Namen “atopische Dermatitis“ oder “atopisches Ekzem“ bekannt ist, die häufigste chronische Hauterkrankung bei Kindern. Eltern erfahren in diesem noreiz Ratgeberbeitrag, wie sie frühzeitig Neurodermitis bei ihren Kindern erkennen und wie sie Ihrem Kind helfen können.
Was Sie bei Neurodermitis bei Kindern tun koennen - noreiz Medizinische Hautpflege

Schlaflose Nächte, trockene Haut, Juckreiz:
Neurodermitis bei Kindern ist sehr belastend: für Kinder und Eltern

In Kürze

  • Kinder sind oft von Neurodermitis und Juckreiz betroffen; die Eltern leiden mit.
  • Neurodermitis-Symptome treten bei etwa 60% aller betroffenen Kinder bereits in den ersten 12 Lebensmonaten auf.
  • Bei Säuglingen zeigt sich oft ein Ausschlag an den Wangen und auf der Stirn.
  • Im Kleinkindalter sind verstärkt Arme und Beine sowie Nacken betroffen.
  • Bei Jugendlichen werden vor allem an Händen und Füßen sowie Gelenkbeugen Hautekzeme sichtbar.
  • Für die erfolgreiche Neurodermitis-Behandlung ist die richtige Medizinische Hautpflege, nicht zuletzt eine gesunde Ernährung angezeigt.

Kinder sind sehr anfällig für Neurodermitis

Eine Neurodermitis-Erkrankung tritt bei Kindern sehr häufig auf. In Deutschland sind etwa 15% aller Neugeborenen davon betroffen, wobei Studien zeigen, dass Kinder in industriellen Städten häufiger an Neurodermitis erkranken als Kinder in ländlichen Regionen. Man vermutet, dass diese Diskrepanz auf die verschiedenen Umweltreize zurückzuführen ist, welche gerade in Großstädten deutlich intensiver sind als auf dem Land (Abgase, Feinstaub etc.). Neurodermitis ist eine erbliche Krankheit. Es muss nicht unbedingt zu einer Erkrankung kommen, wenn die Eltern selbst betroffen sind, jedoch erhöht es die Wahrscheinlichkeit enorm. Sind beide Elternteile betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei über 60%. Die Krankheit ist aber nicht ansteckend.

Bei Kindern mit Neurodermitis ist die natürliche Fettschicht der Haut zu dünn und die Hautbarriere gestört, was den Schutz vor äußerlichen Reizen auf den Körper deutlich vermindert. Hinzukommt, dass ihr gestörtes Immunsystem überempfindlich auf Reize reagiert. Hautrötungen und Juckreiz sind die Folge. Eine Neurodermitis Erkrankung kann für das Kind sowie für die Eltern sehr belastend sein und die Lebensqualität stark beeinflussen.

Symptome einer Neurodermitis-Erkrankung treten bei etwa 60% aller Kinder bereits in den ersten 12 Lebensmonaten auf. Bis zum Kindergartenalter hat sich bei etwa 90% der erkrankten Kinder die Neurodermitis manifestiert. In den folgenden Jahren bis hin zur Pubertät ist dann häufig ein positiver Krankheitsverlauf zu erkennen und die Beschwerden werden weniger. Ein Großteil der an Neurodermitis erkrankten Kinder ist bis zum Erwachsenenalter bereits beschwerdefrei. Dennoch gilt Neurodermitis als unheilbar. Die meisten Betroffenen sind im weiteren Lebensverlauf, auch wenn die Neurodermitis selbst nicht mehr auftritt, oft besonders anfällig für allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma.


Wie Eltern frühzeitig Neurodermitis bei Kindern erkennen können

Die frühen Symptome einer Neurodermitis-Erkrankung zeigen sich bei Säuglingen und Kleinkindern durch eine gerötete, mitunter schuppige Haut und starkem Juckreiz. Die betroffenen Hautstellen sind in der Regel besonders trocken, können aber auch nässen oder sogar Bläschen bilden. Bei Babys ist die Bildung von sogenanntem Milchschorf typisch. Hierbei handelt es sich um eine schuppige, gelb-braune Krustenbildung, die verstärkt auf dem Kopf, der Stirn und den Wangen auftritt.

Der Verlauf und das Ausmaß der Neurodermitis ist von Kind zu Kind verschieden. Prinzipiell können die Symptome am ganzen Körper auftreten. Es ist allerdings auffällig, dass je nach Alter verschiedene Körperregionen verstärkt betroffen sind:

Beim Säugling zeigt sich häufig zunächst ein Ausschlag an den Wangen und auf der Stirn. Dieser breitet sich dann später meist im Gesicht und auf der behaarten Kopfhaut aus.

Im Kleinkindalter sind dann verstärkt die Arme und Beine sowie der Nacken betroffen.

Bei Jugendlichen sind die Beschwerden dann oft wieder deutlich geringer, und es bilden sich nur noch vereinzelt Hautekzeme. Häufig treten diese an Händen und Füßen sowie in Gelenkbeugen, wie Ellenbogen oder Kniekehlen, auf. Die trockene, schuppige Haut wirkt oft deutlich älter als sie tatsächlich ist.

Bei einem chronischen Verlauf der Krankheit kann die Haut mitunter ledern und sehr dick werden. Man spricht hier von einer Lichenifikation.

Mit einer Neurodermitis-Erkrankung geht leider auch unweigerlich immer ein nahezu unerträglicher Juckreiz einher. Das Kratzen an den betroffenen Stellen sollte jedoch unbedingt vermieden werden, da es zusätzlich die Haut schädigen würde und der Juckreiz zukünftig noch stärker zurückkehrt. Aber gerade Babys und Kleinkindern fällt es natürlich oft sehr schwer, diesen Teufelskreis eigenständig zu durchbrechen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag zum Juckreiz Jo-Jo.

Die Symptome und Beschwerden bei einer Neurodermitis treten nicht nur bei Kindern, sondern generell immer in Schüben auf. Dabei können die beschwerdefreien Zeiten variieren. Jedoch ist erwiesen, dass die Ruhephasen mit der richtigen Hautpflege deutlich verlängert werden können.


Tipps gegen Neurodermitis bei Kindern

Gesunde Ernährung

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Ernährung des Kindes einen starken Einfluss darauf hat, ob die Krankheit ausbricht oder nicht. Das Stillen des Säuglings bis hin zum 6. Monat hat sich als besonders förderlich erwiesen. Besonders wenn es eine familiäre Vorgeschichte zum Thema Neurodermitis gibt, wird den Müttern nahegelegt, das Kind in diesem Zeitraum zu stillen, um das Risiko einer Krankheit zu verringern.

Ein Drittel aller Kinder, die unter Neurodermitis leiden, entwickeln eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Lebensmittel, bis hin zu einer Lebensmittelallergie. Achten Sie bei Ihrem Kind speziell auf die Nahrungsaufnahme und eventuelle Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Sollten Sie ein Muster erkennen, äußern Sie Ihre Vermutungen bei Ihrem Kinderarzt und meiden Sie künftig diese Produkte. Generell sind frische Lebensmittel weniger risikobehaftet als Fertigprodukte, die Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker enthalten können. Seien Sie aber nicht von vorne herein übervorsichtig was Ihre Lebensmittelauswahl angeht, da Sie sonst eine Mangelernährung Ihres Kindes riskieren.

Rauchen in der Gegenwart von Kindern: ein absolutes „No-Go“

Rauchen in der Schwangerschaft ist grundsätzlich schädlich für das ungeborene Kind. Aber auch nach der Geburt sollten Eltern, Familie, Freunde in Gegenwart des Kindes nicht rauchen. Das Kind reagiert äußerst empfindlich auf Zigarettenqualm und andere äußere Reize. In Städten mit hoher Feinstaubbelastung sollte man z.B. das Lüften der Wohnung zur Hauptverkehrszeit vermeiden. Hausstaub oder Tierhaare können ebenso schädlich sein, daher ist häufiges Staubsaugen empfehlenswert.

„Reizarme“ Kleidung

Zu enge Kleidung und Kleidung aus Wolle haben einen irritierenden Effekt auf die sensible Kinderhaut und sollten vermieden werden. Auch Schweiß reizt die durch Neurodermitis geschädigte Haut. Am besten sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind möglichst weite Kleidung aus Baumwolle oder Leinen trägt. Benutzen Sie außerdem ein mildes, parfümfreies Waschmittel für die Reinigung.

Planschen im Wasser – in Maßen

Der richtige Umgang mit Wasser spielt ebenfalls eine gewichtige Rolle. Chlorhaltiges Wasser und Wasser mit einem hohen Härtegrad kann Hautreizungen auslösen. Auch zu heißes Wasser schädigt die Haut, verwenden Sie beim Duschen oder Baden Ihres Kindes lieber lauwarmes Wasser. Ein langer Aufenthalt im Wasser trocknet die Haut zusätzlich aus. Auch wenn Ihrem Kind das Planschen noch so viel Spaß macht, 5-10 Minuten Badezeit sollten Sie nicht überschreiten. Jugendliche sollten lieber Duschen statt Baden. Vermeiden Sie Seifen/Shampoos, die Farb-, Duft- oder Konservierungsstoffe beinhalten. Verwenden Sie für Ihr Kind lieber parfümfreie, milde Shampoos und Duschgele. Hier empfehlen wir Ihnen die noreiz hautberuhigende Pflegedusche für Haut und Haar, die auch für Kleinkinder sehr gut geeignet ist. Nach dem Waschen sollten Sie die Haut Ihres Kindes sanft trocken tupfen, statt sie mit einem Handtuch trocken zu rubbeln. Idealerweise tragen Sie zur sanften Kinderhautpflege im Anschluss eine hautberuhigende Pflegelotion auf. Der Zeitpunkt ist perfekt, denn die Poren der Haut sind nach der Reinigung mit warmem Wasser geöffnet und besonders aufnahmefähig für Pflegestoffe.

Jucken & Kratzen unbedingt vermeiden

Durch Kratzen wird die Haut des Kindes zusätzlich geschädigt und Bakterien können leichter in die Haut eindringen und Infektionen auslösen. Daher empfiehlt es sich, die Fingernägel des Kindes regelmäßig zu schneiden und kurz zu halten. Zusätzlich können Sie Ihrem Kind nachts Baumwollhandschuhe anziehen. Die Handschuhe werden von den Kindern oft als sehr angenehm und kuschelig empfunden – und haben den positiven Nebeneffekt, dass sich Ihr Kind im Schlaf nicht verletzt, sollte es sich doch versuchen zu kratzen.

Darüber hinaus helfen Antihistaminika, den Juckreiz gezielt zu stoppen. Achten Sie darauf, dass diese auch für Kleinkinder gut verträglich sind. Sprechen Sie hierzu am besten mit Ihrem Kinderarzt, ob und welches Mittel für Ihr Kind am besten verträglich ist. Wenn möglich, verzichten Sie so gut wie möglich auf kortisonhaltige Cremes oder Medikamente. Kortison hilft zwar oft akut gegen unerträglichen Juckreiz, verursacht aber außerdem, dass die Hautschicht dünner wird. Hierdurch wird die Haut anfälliger für äußere Reize, so dass Neurodermitis- und Juckreizschübe schneller wieder zurückkommen. Probieren Sie bei akutem Juckreiz doch mal das noreiz Hautberuhigende Akut-Spray aus. Aufgrund seiner Wirkstoff-Formel lindert es den Juckreiz schnell und spürbar.

Positive Emotionen bestärken

Auch die emotionale Stimmung des Kindes hat Auswirkungen auf das Hautbild. So können zum Beispiel stressige Situationen zu einem Neurodermitis Schub führen. Hier können auch schon den Kleinsten einfache Entspannungstechniken helfen. Lesen Sie zu diesem Thema auch unseren Ratgeber “Stress abbauen“.

Im Kindergarten und in der Schule kann es aufgrund von Unverständnis anderer Kinder zu Hänseleien kommen, welche sich auf das Gemüt des Kindes auswirken können. Ein starkes Selbstwertgefühl ist daher wichtig und sollte von Ihnen ständig positiv verstärkt werden.

Die Kinderhaut auch in beschwerdefreien Zeiten richtig pflegen

In der beschwerdefreien Zeit, der sogenannten Ruhephase, sollten Sie besonders großen Wert auf die richtige Hautpflege Ihres Kindes legen. Im Rahmen der Pflege gilt es die Hauttrockenheit zu verringern, die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und die Hautbarriere zu stärken. Auf diese Weise lässt sich einem erneuten Neurodermitis Schub vorbeugen. Mindestens 2 Mal am Tag sollten Sie die Haut Ihres Kindes mit einer reichhaltigen Pflegelotion verwöhnen. Die noreiz hautberuhigende Körperlotion ist sehr gut für die empfindliche Kinderhaut geeignet. Sie spendet der Haut Feuchtigkeit und wirkt sich positiv auf das Hautbild aus. Versuchen Sie Ihr Kind aktiv in das tägliche Ritual des Eincremens miteinzubinden, damit es nicht zur Last wird. Spielerische Aktivitäten machen das tägliche Eincremen zu einem positiven Erlebnis: Singen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam ein Lied. Oder wie wäre es mit der Geschichte vom kleinen Bären, der auf seiner Reise immer wieder neue Abenteuer erlebt?

Sollte sich im späteren Verlauf der Krankheit ein besonders trockenes Hautbild einstellen, so können besonders starke, rückfettende Salben dabei helfen die Haut Ihres Kindes wieder geschmeidig zu machen. Die noreiz hautberuhigende Intensiv-Salbe ist sehr reichhaltig und dafür bestens geeignet.

An verschiedener Stelle werden auch Schulungen für Eltern und Kinder zum Umgang mit Neurodermitis bei Kindern angeboten. In einigen Fällen übernimmt die Krankenkasse sogar die Kosten hierfür. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach Ihren Möglichkeiten.

Wenn Sie unsere Tipps beherzigen, auf die Vermeidung von Allergenen und anderen Reizen achten sowie ausreichend Zeit in eine zielgerichtete Hautpflege Ihres Kindes investieren, können Sie die Beschwerden gering halten und massiv zu einer besseren Lebensqualität Ihres Kindes beitragen.

Ihr Kind wird es Ihnen danken!

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Ihr noreiz-Team